Abstract
Die Transformation des Energiesektors hin zu einer verstärkten Nutzung von klimaverträglichen Energieformen geht mit einer meist umstrittenen Verortung von erneuerbaren Energieträgern einher. Dies ist nicht zuletzt durch die Errichtung von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee sowie die damit verbundenen Kontroversen um den Netzausbau deutlich geworden, die eine konfliktbehaftete Umsetzung globaler und nationaler Interessen auf lokaler Ebene aufgezeigt haben. Die Tragweite und politische Dringlickeit von Offshore-Windenergie wird dadurch deutlich, dass Offshore-Windparks nicht nur in Deutschland sondern auch international als entscheidendes Sprungbrett und als Grundpfeiler für eine erfolgreiche Realisierung der Energiewende betrachtet werden. Bisherige Bestrebungen zur Planung und Errichtung von Offshore-Windparks waren jedoch konfliktbehaftet und riefen Konfrontationen mit bestimmten lokalen Akteuren und Interessen hervor. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den verschiedenen Konflikten, die durch die Ansiedlung von Offshore-Windparks entstehen, und basiert auf Ergebnissen aus zwei Fallstudien aus Schottland und Deutschland (Argyll Array, Baltic 1). Es soll im Allgemeinen verdeutlicht werden, dass Auseinandersetzungen um erneuerbare Energien nicht nur konkrete Raumnutzungskonflikte des Offshore-Bereichs widerspiegeln, sondern dass die involvierten raumbezogenen Interessen und Konstruktionen verschiedene Deutungen von ‚Natur‘ und ‚Windpark‘ offenlegen. Zur Vermeidung konkreter Nutzungskonflikte im Offshore-Bereich (Schifffahrt, Fischerei, militärische Nutzungen etc.), und um Auseinandersetzungen mit weiteren Nutzungsprioritäten (z.B. Naturschutz) des Offshore-Raumes auszuschlieβen werden zwar Eignungsgebiete für Offshore-Windenergie in der Regel in einem frühen Planungsstadium abgegrenzt. Darüber hinaus kollidieren indirekte Auswirkungen von Offshore-Windparks jedoch mit spezifischen Interessen, Wertvorstellungen und Handlungsweisen der Küstenbewohner, die auf Interpretationen der sozio-ökonomischen und räumlichen Gegebenheiten beruhen, sich in weiteren Konfliktdynamiken manifestieren und im Planungsprozess berücksichtigt werden müssen. Der Vortrag widmet sich daher im Besonderen den Konflikten mit den Küstengemeinden, deren konstitutiven Faktoren, Ursachen und räumlicher Dimension sowie deren Bewältigung im Planungsprozess. Abschlieβend werden zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konflikte in den beiden internationalen Fallstudien herausgearbeitet und etwaige Empfehlungen zum zukünftigen Umgang mit betroffenen Akteuren aufgezeigt.
| Original language | English |
|---|---|
| Publication date | 2013 |
| Number of pages | 1 |
| Publication status | Published - 2013 |
| Externally published | Yes |
| Event | Jahrestagung Arbeitskreis Geographische Energieforschung - Universität zu Berlin, Geographisches Institut, Berlin, Germany Duration: 19 Apr 2013 → 20 Apr 2013 |
Conference
| Conference | Jahrestagung Arbeitskreis Geographische Energieforschung |
|---|---|
| Location | Universität zu Berlin, Geographisches Institut |
| Country/Territory | Germany |
| City | Berlin |
| Period | 19/04/2013 → 20/04/2013 |